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1

09.07.2015, 15:13

Andere Länder, andere Sitten....

Ich dachte, hier können wir mal die kleinen Unterschiede sammeln, die uns so begegnen.

Wenn man hier niest, sagen die Leute "Bless you". Das kommt aus der Zeit der großen, tödlichen Tuberkulosen, wo Gottes Segen helfen sollte, größeres Unheil von der niesenden Person abzuwenden. Im Gegenzug darf man sich NICHT bedanken, um eine Infektion des Gegenübers auszuschließen.

Gruß,

Uschi

2

09.07.2015, 21:12

Ach, da gibt es so vieles. Ich greife mal ein paar Sachen raus:

Es gibt keine englische Entsprechung fuer 'Guten Appetit'. Man sagt allerhoechstens 'Enjoy' oder einfach gar nichts.

Die deutsche Sitte, sich ueberall erstmal namentlich vorzustellen ('Guten Tag, mein Name ist Meier, ich moechte gerne...') gibt es nicht. Entweder man stellt sich mit VOLLEM Namen vor oder - am besten - zunaechst gar nicht.

Man sagt Sorry, wenn man aus Versehen angerempelt wird - um die Peinlichkeit des 'Remplers' zu mildern.

Man laestert nicht ueber andere Leute - extrem beliebtes deutsches Hobby - oder wenn, dann nur dezent.

An Bushaltestellen stellt man sich in die Warteschlange - selbst, wenn sie die Strasse runterreicht.

Blumen als Gastgeschenk bei Einladungen sind eher unueblich. Man schenkt sie eigentlich nur zu Anlaessen (Geburtstag, Jubilaeum, Beerdigungen (anstatt Kraenzen) usw.). Man bringt meistens was Alkoholisches oder Pralinen mit.

3

10.07.2015, 11:52

Es gibt keine englische Entsprechung fuer 'Guten Appetit'. Man sagt allerhoechstens 'Enjoy' oder einfach gar nichts.

Man kann Bon Appetit sagen, das ist aber posh.

Die deutsche Sitte, sich ueberall erstmal namentlich vorzustellen ('Guten Tag, mein Name ist Meier, ich moechte gerne...') gibt es nicht. Entweder man stellt sich mit VOLLEM Namen vor oder - am besten - zunaechst gar nicht.

Normalerweise stellt man sich mit seinem Vornamen vor. "Gesiezt" wird nur im formellen Situationen und um Rangunterschied zu unterstreichen. Z.B wenn mein Dr mich rein ruft, nennt sie mich beim Vornamen aber ich spreche sie grundsätzlich mit dem Titel und Nachnamen an. Lehrer, Geistliche usw. werden auch immer mit dem Nachnamen angesprochen.

Aber es gibt auch Regeln, wenn man you und den Vornamen im gegenseitigen formalen Umgang benutzt. Respekt und Distanz wird durch Formalität zum Ausdruck gebracht. Slang-Ausdrücke und jede Form von Swearing sind absolut Tabu. Auch wird Respekt dadurch zum Ausdruck gebracht, dass man dem Ranghöheren das letzte Wort lässt, auch wenn es absoluter Unsinn ist.

Man sagt Sorry, wenn man aus Versehen angerempelt wird - um die Peinlichkeit des 'Remplers' zu mildern.

Ich glaube, dafür gibt es kein deutsches Äquivalent, aber ich finde es gut. Sorry heißt wirklich nicht "Entschuldigung" in diesem Zusammenhang. Es ist eine Bestätigung, dass man dem anderen nicht böse ist und ihm oder ihr nichts will und dass man eine unangenehme oder peinliche Situation jetzt ganz schnell vergessen kann. Das macht das Leben vielfach einfacher.

Man laestert nicht ueber andere Leute - extrem beliebtes deutsches Hobby - oder wenn, dann nur dezent.

Das ist auch etwas, womit ich gut leben kann. Der Hintergrund dafür ist, dass Schotten tolerant sein können bis hin zur Ignoranz. Es gibt kein streben nach der "richtigen Art", sein Leben zu leben. Jeder lebt, wie es ihm oder ihr gefällt. Das hat eine sehr bunte Vielfalt von Charakteren zur Folge und in unserer Gemeinde leben viele Leute, die in Deutschland nicht zurecht kämen, die aber wahnsinnig interessant sind und es unglaublich Spaß macht einen Abend in deren Gesellschaft zu verbringen.

Gelästert wird auch hier viel, aber nur im Kreise der engsten Freunde und dann wird man auch gleich selber mit einbezogen. Unter Freunden ist nichts mehr heilig.

An Bushaltestellen stellt man sich in die Warteschlange - selbst, wenn sie die Strasse runterreicht.

Und nicht nur an Bushaltestellen. Queuse sind grundsätzlich überall da die Regel, wo Leute auf etwas warten. Wenn nicht ganz klar ist, wer jetzt auf was wartet (entweder dran zukommen oder auf jemanden, der ansteht), dann fragt man "Is this the end of the queue?". Queues sind auch eine großartige Gelegenheit mit anderen Mitwartenden ins Gespräch zu kommen.

Blumen als Gastgeschenk bei Einladungen sind eher unueblich. Man schenkt sie eigentlich nur zu Anlaessen (Geburtstag, Jubilaeum, Beerdigungen (anstatt Kraenzen) usw.). Man bringt meistens was Alkoholisches oder Pralinen mit.

Genau.

Gruß,

Uschi

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