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21

26.06.2016, 09:13

... weil man gemeinsam staerker ist und Isolation der falsche Weg ist ...

Da liegt in meinen Augen der große Unterschied zwischen den beiden Austritts-Bestrebungen: Die schottische war nie auf Isolation ausgelegt,, im Gegenteil! Die Agenda von Farage & Konsorten war (und ist) es durchaus.

Aber ansonsten neige ich im Moment dazu, das Ergebnis des nicht bindenden Referendums vom letzten Donnerstag ganz einfach zur Kenntnis zu nehmen und erst dann wieder darüber nachzudenken, wenn tatsächlich ein Antrag gem. Art. 50 des EU-Vertrags in Brüssel eingeht. Cameron schiebt es von sich ab and verzögert, Boris Johnson hat nach eigenen Worten "keine Eile", ... I smell a rat ...

Griaßle !

Selbstverständlich ging es im Indyref um Isolation, und genau das ist der vollkommen falsche Weg für ein kleines, wirtschaftlich relativ schwaches Land. Der Wahlkampf setzte ja alles auf die eine einzige Karte der Ölvorkommen, und da haben sich die Prognosen kurz nach dem Referendum schon als völlig überzogen herausgestellt, was Alex Salmond auch kleinlaut zugab.

Martin Schulz hat gerade angekündigt, dass er den Austrittsantrag nun bis Dienstag vorgelegt haben will. Den eigentlichen Austritt will er bis spätestens 2018 abgewickelt sehen, am besten aber schon bis 2017. Das klingt nicht gerade wohlgesonnen.

Neep Shed

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22

26.06.2016, 10:01

Ich bin da ganz bei Lanzelot. Die Briten -speziell England- haben ihre Wahl getroffen und jetzt heißt es liefern, sprich den Antrag gem. Art. 50 stellen.
Die EU macht jetzt zurecht mächtigen Druck, damit dieser Schwebezustand so schnell wie möglich ein Ende hat. Man kann nicht erst jahrelang Sonderrechte einfordern, monatelang das Schlechte der EU hervorheben und dann hoffen, dass die -noch- Vertragspartner freudestrahlend die Nachricht vom bevorstehenden Austritt aufnehmen und so tun, als wenn nichts passiert ist.
Die Konfusion, die nach der Entscheidung gerade in England ausgebrochen ist, zeigt doch wie fahrlässig die Politik mit diesem Referendum umgegangen ist.
Als Quittung darf das britische Pfund ruhig noch weiter in den Keller rutschen. Ich war ja 2009 während des historischen Wechselkurses von nahezu 1:1 in Schottland. Wer weiß vielleicht wird das in naher Zukunft wieder so sein.
...und DFDS würde ich schon mal raten eine Fährverbindung zwischen Ijmuiden und Edinburgh (Rosyth) zu überdenken ;)

Gruß Holly
Puh...ich muss schon wieder nach Schottland fahren :D :D :D

23

26.06.2016, 14:49


...und DFDS würde ich schon mal raten eine Fährverbindung zwischen Ijmuiden und Edinburgh (Rosyth) zu überdenken ;)

Gruß Holly

Das hoffe ich schon seit Jahren.

In der Zwischenzeit hat Ryanair schon mal 1 Millionen Tickets auf den Kontinent für 9.99 Pfund rausgehauen. Kommentar: "Last few seats Remain. Just like the Brits, they'll be gone very soon." Wozu man noch erklären muss, dass Ryanair sich ganz deutlich für ein Remain stark gemacht hatte (und dafür abgemahnt wurde).

HerrMann

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24

26.06.2016, 15:27

nicht nur du. ;)

Wobei ja die Superfastfähre nach Rosyth auch nicht wirklich unerreichbar gewesen wäre aber deren Preise haben mich dann doch davon abgehalten
Gruss
Juergen

Fahr nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann

alba

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25

27.06.2016, 11:32

... weil man gemeinsam staerker ist und Isolation der falsche Weg ist ...

Da liegt in meinen Augen der große Unterschied zwischen den beiden Austritts-Bestrebungen: Die schottische war nie auf Isolation ausgelegt,, im Gegenteil! Die Agenda von Farage & Konsorten war (und ist) es durchaus.

Aber ansonsten neige ich im Moment dazu, das Ergebnis des nicht bindenden Referendums vom letzten Donnerstag ganz einfach zur Kenntnis zu nehmen und erst dann wieder darüber nachzudenken, wenn tatsächlich ein Antrag gem. Art. 50 des EU-Vertrags in Brüssel eingeht. Cameron schiebt es von sich ab and verzögert, Boris Johnson hat nach eigenen Worten "keine Eile", ... I smell a rat ...

Griaßle !



Cameron hat sich fein aus der Affaire gezogen. Wer auch immer den Art. 50 pulled oder auch nicht pulled ist politisch erledigt...

Der Guardian hat's fein auf den Puinkt gebracht:



Mehr kann man dazu nicht hinzufuegen. What a mess!

26

27.06.2016, 12:11

Ich denke, das beste wird sein, jetzt erstmal abzuwarten, welchen Deal das UK aushandeln kann. Bis es ein Indyref2 gibt, wird es sowieso noch einige Zeit, wahrscheinlich sogar Jahre, dauern.

Moeglicherweise ist Schottland sogar der grosse Gewinner aus dem ganzen Schlamassel, wenn naemlich die Firmen und Banken, die eng mit der EU verbunden sind, ihren Standort von London nach Schottland verlegen. Dann sieht die Zukunft fuer ein unabhaengiges Land schon erheblich besser aus, und entsprechend duerfte dann auch der Rueckhalt in der Bevoelkerung sein.

lanzelot72

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27

27.06.2016, 23:50

Ich denke, das beste wird sein, jetzt erstmal abzuwarten, welchen Deal das UK aushandeln kann ...

Da haben wir ja schon das nächste Problem: "No negotiation without notification!" Das dürfte mittlerweile sogar Boris Johnson klar geworden sein, auch wenn er öffentlich im Torygraph weiterhin anderes fabuliert.
Das Verrückte ist ja nicht, daß er haltlosen Unfug schreibt, sondern viel mehr, daß es auch noch gedruckt wird. Und daß es offensichtlich auch noch Leute gibt, die den Mist sogar glauben ...

und ja: what a mess !
Meine Beiträge sind das Produkt aus völlig zufälligen persönlichen Einzelerfahrungen und einem sehr pragmatischen Weltbild ! :rolleyes:

Meine Wanderungen im Web: www.hikker.eu

alba

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28

28.06.2016, 02:08

Asked by Northern Ireland's Deputy First Minister how she is, the Queen replies: 'Well I'm still alive'

Und auch das Englische Fussball Team hat sich heute entschlossen EURO (2016) zu verlassen. :D

scotgeost

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29

06.07.2016, 20:47

Nun, das Referendum sagt das Eine, nämlich der Wille einer nicht allzugroßen Mehrheit des gemeinen Volkes. Bei den etwas großeren Unternehmen sieht es anders aus, nämlich ca. 80 % für einen Verbleib. Ich persönlich trauere GB nicht nach. Sie bilden für mich einen Unruhestifter und Spaltkeil in der EU. Man höre und sehe sich mal ein Statement eines Vertreters der USA-Regierung zu globalen Zielen der US-Regierungspolitik an. Da kann einem die Butter vom Brot fallen, was da sehr deutlich und unmißverständlich ausgesprochen wird und gerade die Rolle GB ist hier mehr als USA-hörig.
Gegen Ende unsere GB-Reise (5 Wochen von ganz im Süden bis an die Nordküste des britischen Festlandes ( Tongue) haben wir bei Freunden in Chesterfield übernachte und natürlich auch darüber gesprochen. Unsere Bekannte ist Verkaufschefin eines mittelständischen Baustoffbetriebs, der gerade vor der Übernahme steht. Sie befürchtet ein Abspringen der Interessenten und Abwanderung vieler in London ansässiger ausländischer Firmen. Sie befürchte eine ziemlich große wirtschaftliche und damit auch soziale Krise in UK durch diesen Schritt.
Wir sprachen auch über die Frage Zuwanderung. Ein Grund für das Abstimmungsvberhalten war z.B. auch die Tatsache bzw. Befürchtung, daß mit der EU-Mitgliedschaft schon in der EU lebende Immigranten nahezu freien Zugang nach GB haben. In GB gibt es schon heute Dörfer, in denen es praktisch keine Briten mehr gibt, nur noch Leute im Kaftan und Schleier. Integration sieht anders aus. Also volles Verständnis für die rigorosen maßnahmen gegen die Einreise über den Tunnel als schwarze Passagiere. Es besteht genau die gleiche Stimmung in der Bevölkerung gegen diese Einwanderergruppen, die nicht gewillt sind, legal zu arbeiten um ihr Leben zu finanzieren, sondern gleich Forderungen stellen. Also nicht viel anders als hier in D. Für mich muß ich sagen, daß ich da nichts in dieser Richtung erlebt habe und auch von dem in einem anderen Thema angesprochene Rassismus habe ich nichts gespürt.

31

14.07.2016, 23:39

Ja, manchmal ist so ein Translator hilfreich. :D
Gruß
Ursula

Sonnenblume

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32

15.07.2016, 22:11

Die neue britische Premierministerin Theresa May hat bei der ersten Reise ihrer Amtszeit nach Edinburgh bekräftigt, Schottland an den Austrittsgesprächen mit der EU zu beteiligen. Zugleich lehnte sie ein weiteres Referendum zur Loslösung Schottlands von Großbritannien ab.

So habe ich es soeben gelesen. Nun stellt sich mir die Frage, wer entscheidet, ob die Schotten ein neues Referendum abhalten werden/können/dürfen. Kann May das so beschliessen, dass es kein event. neues Referendum in Schottland gibt oder wer beschliesst sowas ?

Gruß

Heike

33

15.07.2016, 22:55

Nun stellt sich mir die Frage, wer entscheidet, ob die Schotten ein neues Referendum abhalten werden/können/dürfen. Kann May das so beschliessen, dass es kein event. neues Referendum in Schottland gibt oder wer beschliesst sowas ?

Sozusagen ja. Sie, bzw. das UK Parlament, kann sich quer stellen und die Zustimmung zu einem Referendum verweigern. Dieses muss laut Gesetz sowohl vom schottischen als auch vom britischen Parlament ratifiziert werden. Einigt man sich auf ein Referendum, werden die Formalitäten in einem speziellen Statut festgesetzt. Beim letzten Mal war dies das Edinburgh Agreement 2012.

Vorher allerdings muss erst einmal die Mehrheit des schottischen Parlaments dem Antrag auf ein Referendum zustimmen, und da ist schon die erste Hürde, denn die ist gar nicht garantiert. Viele Abgeordnete wehren sich gegen ein IndyRef2 aus dem gleichen Grund, weshalb ein zweites EU Referendum unwahrscheinlich ist: es wurde gewählt, die Mehrheit hat entschieden, und damit Basta.

Selbst wenn also ein IndyRef2 formell beschlossen werden sollte (wenn!), wird es einige Jahre dauern, bis es tatsächlich stattfindet - geschweige denn bis der Beschluss (sollte sich der konstitutionelle Status ändern müssen) umgesetzt wird - und bis dahin dürften wir aus der EU längst raus sein.

Sonnenblume

Sparsamer Schotte

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34

16.07.2016, 07:24

Ok ! Danke für Deine Antwort.
Ich war mir nicht sicher, ob es nur vom schottischen Parlament ausreicht.

Gruß

Heike

35

18.07.2016, 09:14

Zitat

es wurde gewählt, die Mehrheit hat entschieden, und damit Basta.

Ich schätze mal, die Mehrzahl wollte beides: Briten bleiben, aber auch EU-Bürger. Beides zusammen geht aber nun nicht mehr.

36

18.07.2016, 10:21

Zitat

es wurde gewählt, die Mehrheit hat entschieden, und damit Basta.

Ich schätze mal, die Mehrzahl wollte beides: Briten bleiben, aber auch EU-Bürger. Beides zusammen geht aber nun nicht mehr.

Ja, aber die Frage ist jetzt, welches das kleinere Übel ist. Entweder man geht zusammen als UK in die ungewisse Zukunft ohne EU, oder eben alleine in der EU ohne das UK. Keine einfache Entscheidung, denn klar ist seit dem ersten Indyref, dass die wirtschaftliche Situation Schottlands sehr wackelig ist. Schlimmstenfalls blüht uns als unabhängiges Land ein ähnliches Schicksal wie Portugal oder Griechenland.

Die SNP müsste die Chance nutzen und jetzt endlich mal mit einem soliden wirtschaftlichen Programm kommen. Vieles spricht aber dafür, dass es das so nicht gibt. Eher könnte man vielleicht an einem Grönlandmodell arbeiten, aber das umzusetzen wäre natürlich extrem schwierig.

37

19.07.2016, 08:01

Ja, da müssen die Schotten jetzt wirklich gut überlegen, wie es weiter gehen soll.
Was ich mir aber vorstelen kann wenn Sco geht, das dann UK Geschichtd jst. Vermutlich wird dann Nordirland auch über einen Austritt nachdenken. Dann wären UK und GB endlich mal das Gleiche und würde lediglich aus England und Wales bestehen.
Gruß emcy

mac.emcy.de

38

06.10.2016, 21:44

Ich erschrecke von Tag zu Tag mehr über die sich dramatisch veränderte Rhetorik in der britischen Öffentlichkeit, befeuert durch die Tabloids und die momentane Regierung. Was ist nur aus den liberalen und weltoffenen, prinzipiell gelassenen Briten geworden? Auch wenn ich mich mit dem Gedanken tröste, dass das was momentan passiert nicht wirklich die Mehrheit der Bevölkerung repräsentiert, komme ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Home Secretary fordert Unternehmungen auf ihre ausländischen Arbeitnehmer zu melden (was ist der nächste Schritt? Armbinden?), PM twittert generös die ausländischen Mitarbeiter der NHS DÜRFEN noch bleiben, bis sie durch Briten ersetzt werden und Donald Duck, erm, David Davis spricht von den in UK lebenden EU Bürgern als Trumpfkarte in den kommenden Austrittsverhandlungen. Menschen die sich jahrelang eine Existenz in UK aufgebaut haben, deren Kinder dort geboren wurden, sind jetzt keine Menschen mehr, die sind jetzt eine Trumpfkarte. Unglaublich!!!

Wenn ich mich recht erinnere, dann lautete die Frage im Referendum ob UK in der EU verbleiben soll, oder nicht. Ich habe auf diesem Wahlzettel nichts davon lesen können, das kontrollierte Immigration das oberste Gut eines Austritts sein soll, ungeachtet aller gesellschaftlichen und ökonomischen Konsequenzen. Trotzdem ist dies das erklärte Ziel der Regierung - koste es was es wolle.

Man kann über Nicola Sturgeon denken was man will (und mir ist schon klar welches übergeordnete Ziel sie verfolgt), aber momentan ist sie die einzige prominente Stimme der Vernunft in diesem außer Rand und Band geratenen Königreich. Und da es momentan ja keine wirkliche Opposition gibt (vielen Dank Herr Corbyn), die BBC schon vor dem Referendum keine gute Figur gemacht hat und die liberale Presse (Guardian, Independent) keine besondere Reichweite mehr hat, ruhen meine Hoffnungen voll auf ihren Schultern.
Visit enjoyUK.net

39

06.10.2016, 21:50

Ja, da müssen die Schotten jetzt wirklich gut überlegen, wie es weiter gehen soll.
Was ich mir aber vorstelen kann wenn Sco geht, das dann UK Geschichtd jst. Vermutlich wird dann Nordirland auch über einen Austritt nachdenken. Dann wären UK und GB endlich mal das Gleiche und würde lediglich aus England und Wales bestehen.


Sollten sich (rein theoretisch) NI und SCO vom Königreich abspalten, gäbe es per Definition kein UK mehr, denn mit wem sollte England als Königreich dann noch vereinigt sein?
Visit enjoyUK.net

40

06.10.2016, 23:36

Hier mal ein aktuelles Statement von N. Sturgeon welches evtl. erkennen lässt, warum ich momentan so über sie denke. Sie legt den Finger in alle Wunden, die die Tories zur Zeit aufreißen....

N. Sturgeon @ Daily Record
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